Österreich lebt lang.
Aber 21 Jahre davon krank.
Der erste datenbasierte Longevity-Bericht für die österreichische Bevölkerung — aus öffentlichen Daten von Statistik Austria, Eurostat, WHO und OECD.
8 Dimensionen · 58 Indikatoren · 30 europäische Vergleichsländer
Zwei Ränge, zwei Maßstäbe: Rang 11/30 misst den gewichteten Gesamtindex aller 8 Dimensionen. Rang ~19/30 misst allein die gesunden Lebensjahre (Eurostat HLY 2023) — der eigentliche News-Befund.
Zentrale Befunde
Vier Erkenntnisse, die zählen
Befund 01
21 Jahre eingeschränkt: die Morbiditäts-Lücke
Österreich hat eine Lebenserwartung von 81,8 Jahren (Statistik Austria 2023), aber nur 60,4 Jahre davon verlaufen in guter Gesundheit — die sogenannten „gesunden Lebensjahre“ (HLY = Healthy Life Years, Eurostat 2023). 21,4 Jahre pro Mensch — fast ein Viertel des Lebens — werden mit gesundheitlichen Einschränkungen verbracht. Das sind 2,7 Jahre weniger gesunde Jahre als im EU-Schnitt (63,1). Bei den HLY belegt Österreich Rang ~19 von 30 in Europa — 9 bis 11 Jahre weniger als die Spitzenreiter Italien (69,1) und Malta (71,4).
Befund 02
Lifestyle-Lücke bei Bewegung & Ernährung
Nur etwa ein Drittel (36%) der Erwachsenen erfüllt die vollständigen WHO-Bewegungsempfehlungen (Ausdauer + Kraft). Rund die Hälfte weist einen unzureichenden Vitamin-D-Status auf. Nur 4–7% erreichen 5 Portionen Obst und Gemüse täglich (ATHIS 2019). Bewegung (Rang 18) und Ernährung (Rang 21) liegen im unteren europäischen Drittel. Die größten Hebel liegen im Alltag.
Befund 03
Kardiovaskuläre Stärke
Bei der altersstandardisierten CVD-Mortalität belegt Österreich Rang 8 von 30 in Europa — mit 183 Todesfällen pro 100.000 Einwohner deutlich unter dem EU-27-Schnitt von 215 (Eurostat hlth_cd_acdr2, 2021). Die Akutversorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehört zu den Stärken des Systems. Dennoch sind kardiovaskuläre Erkrankungen weiterhin Todesursache Nummer 1 — ein starkes Argument für bessere Prävention.
Befund 04
Stille Versorgungslücke bei chronischen Erkrankungen
Rund die Hälfte der Hypertoniker:innen in Österreich weiß nichts von ihrer Erkrankung (ATHIS / Statistik Austria). Bei Schlafapnoe bleiben nach internationalen Schätzungen bis zu drei Viertel der Fälle undiagnostiziert. Typ-2-Diabetes: zusätzliche unentdeckte Fälle. Das Gesundheitssystem behandelt akut gut — aber sieht chronisch nicht, was da ist.
Gesamtscore
* EEA30 = 27 EU-Staaten + Norwegen, Island, Schweiz
Bei gesunden Lebensjahren (HLY) separat: Rang ~19/30 (Eurostat 2023)
8 Dimensionen
Österreich im Detail
Der Longevity Index bewertet Österreich in 8 Dimensionen mit insgesamt 58 Indikatoren — von Gesundheitsspanne über zelluläre Alterung bis hin zur mentalen Vitalität.
Stärken und Schwächen auf einen Blick
Die orange Fläche zeigt Österreichs Profil über alle 8 Dimensionen. Die gestrichelte Linie markiert den EU-Referenzwert (62/100).
Gesundheitsspanne
Österreich erreicht 60,4 gesunde Lebensjahre bei 81,8 Jahren Lebenserwartung — 2,7 Jahre unter dem EU-Schnitt (63,1) bei HLY. Rang ~19/30 (Eurostat 2023).
Metabolische Vitalität
Rund 17% der Erwachsenen sind adipös (BMI ≥ 30; ATHIS / Statistik Austria). Typ-2-Diabetes 6,7% bekannt + 2,8% unentdeckt — steigende Tendenz.
Kardiovaskuläre Gesundheit
Bei der altersstandardisierten CVD-Mortalität liegt Österreich auf Rang 8/30 — mit 183/100.000 deutlich unter dem EU-27-Schnitt von 215 (Eurostat hlth_cd_acdr2, 2021). Akutversorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehört zu Österreichs Stärken.
Zelluläre Alterung
Österreich hat keine systematische Biomarker-Surveillance. Diese Dimension ist eine Proxy-Schätzung aus europäischen Kohortenstudien und fließt nicht in das Länder-Ranking ein.
Bewegung & Muskeln
Nur etwa ein Drittel (36%) der Bevölkerung erfüllt die vollständigen WHO-Bewegungsempfehlungen (Ausdauer + Kraft).
Ernährungsqualität
Nur 4–7% erreichen die WHO-Empfehlung von 5 Portionen Obst/Gemüse täglich (ATHIS 2019). Rund die Hälfte weist einen unzureichenden Vitamin-D-Status auf.
Schlaf & Regeneration
7,1 Stunden mittlere Schlafdauer — im europäischen Mittelfeld. 28% klagen über Schlafprobleme.
Mentale & Soziale Vitalität
Hohe Lebenszufriedenheit (7,5/10, Rang 7/30). Starkes soziales Netz im europäischen Vergleich.
Handlungsebene
Was kann ich konkret tun?
Die Top-3-Hebel mit der größten Evidenz für individuell gewonnene gesunde Lebensjahre — basierend auf Meta-Analysen und Kohortenstudien.
150 Min. Ausdauer + 2× Krafttraining / Woche
Reduziert die Gesamtmortalität um 30–35% und adressiert gleichzeitig Sarkopenie, Diabetes, Herz-Kreislauf und Depression.
Blutdruck, Blutzucker, Vitamin-D messen lassen
Rund die Hälfte der Hypertoniker weiß nichts davon (ATHIS). Etwa die Hälfte hat einen unzureichenden Vitamin-D-Status. Was man nicht misst, kann man nicht behandeln.
Soziale Verbindungen aktiv pflegen
Starke soziale Einbindung erhöht die Überlebenschance um rund 50% — stärker als körperliche Aktivität, Gewicht oder Alkoholverzicht.
Das Longevity-Paradoxon
Lang leben heisst nicht gesund leben
Österreich erreicht eine Lebenserwartung von 81,8 Jahren (Statistik Austria 2023) — leicht über dem EU-Schnitt von 81,4. Doch nur 60,4 dieser Jahre werden in guter Gesundheit verbracht (Eurostat HLY 2023). Die Morbiditäts-Lücke von 21,4 Jahren zeigt: Fast ein Viertel des Lebens verbringt die österreichische Bevölkerung mit gesundheitlichen Einschränkungen.
Im europäischen Vergleich fällt Österreich bei den Healthy Life Years auf Rang ~19/30 zurück — trotz einer Lebenserwartung (81,8 J.) über dem EU-Schnitt von 81,4. Spitzenländer wie Italien (69,1 J.) und Malta (71,4 J.) liegen rund 9–11 Jahre vor Österreich.
Lebenserwartung vs. Gesunde Lebensjahre (Eurostat 2023)
Vollständiger Report
Alle 58 Indikatoren im Detail
Der interaktive Report zeigt alle Dimensionen, Hallmarks of Aging, Bundesländer-Vergleich, Handlungsempfehlungen und die vollständige Bibliografie mit 32 Primärquellen.
Herausgeber ist Amrita Vitality — ein kommerzielles Unternehmen im Bereich evidenzbasierter Gesundheitsinformation, das auch Nahrungsergänzungsmittel (u.a. Spermidin) vertreibt. Der Index wurde vollständig eigenfinanziert, enthält keine Produktempfehlungen, und alle Rohdaten sind frei verfügbar.
Weil ein Produktbereich (Spermidin) im Report vorkommt, stufen wir dies als möglichen Interessenkonflikt ein — auch wenn Spermidin bewusst nicht unter den vier zentralen Kernbefunden dieses Index geführt wird. Vollständige Offenlegung →
Der Österreich Longevity Index 2026 wird herausgegeben von Amrita Vitality mit Sitz in Wien. Alle Daten stehen unter CC BY 4.0 zur freien Verfügung. Vollständige Offenlegung lesen →